So klappt der Sprung in die Selbstständigkeit

Man nehme: Eine gute Idee, mächtig viel Engagement und eine gehörige Portion Mut und mixe daraus den Cocktail, der den Anstoß zur Selbstständigkeit geben könnte. Doch die Sehnsucht nach beruflicher Selbstbestimmtheit, nach Flexibilität und einer Abkehr vom 9-to-5-Job kann nur dann funktionieren, wenn auch ein klar durchdachter Plan Grundlage ist. Welche Punkte darauf in jedem Fall stehen sollten, ist Thema dieses Ratgebers.

  • Die Geschäftsidee

Natürlich ist die Geschäftsidee das A und O, denn wenn kein Bedarf für die Dienstleistung oder das Produkt gegeben ist, dann wird das Luftschloss ein ebensolches bleiben. Aus der bloßen Idee muss dann eine Geschäftsidee gestrickt werden und das bedeutet, dass die ersten Punkte für den späteren Businessplan durchaus schon niedergeschrieben werden dürfen. Ein paar Stichworte zur Motivation können bereits in dieser Phase verfasst werden. Auch das Produkt- oder Dienstleistungskonzept kann hier bereits in der Entwurfsfassung stehen.

  • Businessplan, Strategie und Finanzen

Damit aus eben dieser Geschäftsidee auch ein Geschäftsmodell werden kann, braucht es ein formgebendes Konstrukt wie etwa den Businessplan, der bereits in der ersten Phase der Ideenfindung ansatzweise befüllt wurde. Zu Motivation und Konzept kommen nun noch der Kapitalbedarf, der Finanzplan und die Ertragsvorschau. Nicht jede Geschäftsidee benötigt hohe Kapitalsummen, doch die meisten Gründungen kommen nicht ohne eine gewisse Kapitaldecke aus. Reicht das Eigenkapital dafür nicht aus, dann ist Fremdkapital gefragt.

Wer nicht das Glück hat in der berühmten „Höhle der Löwen“ einen finanzstarken Partner überzeugen zu können, der muss sich selbst um andere Finanzierungswege kümmern. Dabei gibt es diese Optionen:

Natürlich ist die Berechnung des Finanzbedarfs häufig ein großes Fragezeichen. Wichtige Faktoren, die bei der Errechnung eines Gesamtbetrags nötig sind, sind die Fixkosten, die zu tragen sind. Dazu zählen Miete, Unterhalt und Ausstattung für das Büro ebenso wie ein Grundgehalt für den Unternehmer und Gehälter für etwaige Angestellte. On top kommt noch der Betrag für laufende Investitionen in Equipment, Marketing, etc. Tipp: Häufig gibt es regionale Angebote, bei denen sogenannte „Business Angels“ dabei helfen, einen haltbaren und realistischen Finanzplan aufzustellen.

  • Die Rechtsform des künftigen Betriebs

Wer sich aufmacht, um nach der passenden Rechtsform für das eigene Unternehmen zu suchen, sieht sich schnell mit einer Vielzahl an Buchstabenkürzeln konfrontiert. Einen Überblick darüber, was es mit AG, eG, GbR, GmbH, KG, PartG, OHG und UG auf sich hat, zeigt sich auf dieser Seite. Die Festlegung der Rechtsform eines Betriebs hat wegweisenden Charakter, denn mit ihr wird die Frage der Haftung, aber auch die Frage der Besteuerung festgelegt.

  • Gewerbeanmeldung und Finanzamt

Während die Gewerbeanmeldung nicht für jede Rechtsform obligatorisch ist – Freiberufler müssen beispielsweise kein Gewerbe melden – ist die Anmeldung beim Finanzamt Pflicht. Versteuert werden muss der Gewinn, der einen gewissen Freibetrag übersteigt. Wer die sogenannte Körperschaftssteuer abführen muss und wie Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Kirchensteuer behandelt werden, erklärt am besten ein Steuerberater. Mit dessen Hilfe können steuerliche Fettnäpfchen im Rahmen einer Unternehmensgründung umschifft werden.

  • So ist der Unternehmer gut versichert

Krankenversicherung und Pflegeversicherung sind Pflicht für jeden Selbstständigen. Wer künstlerisch oder publizistisch tätig ist, der hat die Option, sich über die Künstlersozialkasse (KSK) zu versichern, die – anders als bei anderen Selbstständigen – einen Teil der Versicherungsbeiträge übernimmt. Wer nicht in der KSK versichert ist, muss in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die Arbeitslosenversicherung ist eine optionale Versicherungskomponente, die Unfallversicherung wird in aller Regel über eine Berufsgenossenschaft gestemmt. Darüber hinaus sind berufsspezifische Versicherungen sinnvoll: Für Publizisten ist eine Berufshaftpflichtversicherung eine sinnvolle Investition. Auch eine Berufs-Rechtsschutzversicherung sollte eine Überlegung wert sein.