Haus aus den 70ern kaufen und renovieren?

Häuser werden in Deutschland immer wieder über das Internet inseriert. Dabei denken die meisten Menschen darüber nach, ob sie sich für eine gebrauchte Immobilie entscheiden, oder ob sie ein neues Haus bauen sollen. Wer preiswert kaufen möchte, der denkt natürlich zunächst an den Markt der gebrauchten Immobilien – Häuser aus den 1970er und 1980er Jahren sind zum Teil deutlich günstiger, als ein neues Haus zu bauen. Die Folgekosten sollten hier jedoch in jedem Fall berücksichtigt werden. Nur wenn das Objekt der 70er Jahre in einem guten Zustand ist, lohnt es sich auch, ein solches zu erwerben. Andernfalls kann es sehr schnell dazu kommen, dass mit erheblichen Folgekosten zu rechnen ist. Gerade die Preise für Renovierungen, Instandsetzungen, neue Leitungen und Rohre können schnell das eigentlich geplante Budget sprengen. Wir geben an dieser Stelle wichtige Tipps für den Kauf eines Hauses aus den 70er Jahren. Gerade in dieser Zeit wurden viele Dinge anders gemacht, als es heute der Fall ist – ein Beispiel beginnt bereits bei den Dächern: Hier wurde in vielen Fällen Eternit verwendet, was mit Asbest belastet ist und eine Lebensdauer von in der Regel 30 Jahren hat. Somit ist es wahrscheinlich, dass viele Häuser aus dieser Zeit bald ein neues Dach benötigen.

 

Haus aus den 1970ern kaufen

Haus aus den 1970ern kaufen

 

Haus aus den 70ern kaufen – Tipps für die Besichtigung

Die 70er Jahren waren eine Zeit, in der in Deutschland viel gebaut wurde. Vor allem optisch große und elegante Häuser wurden in den 70ern gebaut – vom Stil komplett anders und zum Teil verspielter, als es noch in den 50er und 60er Jahren der Fall gewesen ist. Dennoch gibt es einige Dinge, die damals anders gemacht wurden, als es heute der Fall ist. Um nicht in unnötige Kostenfallen zu laufen, geben wir an dieser Stelle ein paar Tipps für die Besichtigung eines Hauses aus den 1970er Jahren:

 

-          Feuchtigkeit im Keller messen?

 

Wer den Keller prüft, der sollte wissen, ob dieser feucht ist, oder nicht. Wenn gerade etwas frisch gestrichen wurde, kann dies auch nur geschehen sein, um Flecken von Feuchtigkeit zu übermalen. Früher oder später kommt die Feuchtigkeit wieder zum Vorschein. Oft sind es die Seitenwände, da in den 70er Jahren häufig Erde von außen direkt an das Mauerwerk gebracht wurde. Die Feuchtigkeit hat sich im Laufe der Jahre natürlich nach innen gezogen – wie teuer eine Instandsetzung wäre, kann sich jeder selbst ausmalen, da theoretisch das gesamte Haus von außen neu abgedichtet werden muss.

 

Renovierungsstau? – wir empfehlen die Folgekosten zu beachten!

 

-          Heizungsanlage und Dachisolation

 

Viele Objekte aus den 1970er Jahren arbeiten mit einer Ölheizung, haben gleichzeitig allerdings so gut wie keine Isolation an den Wänden und erst Recht nicht im Dachstuhl. Häufig wurde hier nicht isoliert und es gibt noch nicht einmal Dämmwolle, die eingesetzt wurde. Auf dem Holzgestell des Dachstuhles liegen einfach die Dachpfannen. Hier muss ebenfalls komplett nachgerüstet werden. Zuvor sollte jedoch geprüft werden, in welchem Zustand der Dachstuhl ist. Hier gilt es zu beachten, ob zum Beispiel ein Befall von Würmern vorliegt. Der Holzwurm ist in vielen Gebäuden aktiv und muss in jedem Fall beseitigt werden. Auch Feuchtigkeit sollte beachtet werden, denn die losen Dachziegel können schon einmal verrutschen, oder eben Wasser durchlassen.

 

-          Wasser und Stromleitungen im gesamten Haus

 

Die Wasserleistungen und auch die Stromleitungen in den 1970er Jahren wurden bei weitem nicht so stark belastet, wie es heute der Fall ist. Wer noch heute mit alten Leitungen verdrahtet ist, der wird häufig neue Leitungen legen müssen und die alten Kabel austauschen. Bedingt durch moderne Technik (TV, Computer, Haushaltsgeräte) wird den Kabeln deutlich mehr abverlangt, als sie meist hergeben. Was die Heizung angeht, so sollte auch beachtet werden, ob diese dicht ist und ob sie überhaupt funktioniert. Auch die Leistung der Therme sollte so hoch sein, dass das gesamte Haus beheizt werden kann.

 

-          Fenster und Türen

 

Die Isolation von Fenster und Türen sollte ebenfalls geprüft werden. Moderne Fenster mit Kunststoffrahmen und doppel- oder gar dreifach Verglasung sind hier wohl kaum zu erwarten. Dennoch ist es wichtig, sich anzuschauen, ob die Fenster dicht sind und ob sie ordentlich funktionieren und schließen. Gegebenenfalls ist es erforderlich, die kompletten Fenster im Haus auszutauschen. Gleiches gilt für die Türen – nicht nur die Haustüre, auch die anderen Türen im Haus sollten ordentlich schließen, damit es hier nicht zieht.